Lymphdrainage

Der Markt alternativer und neuartiger Heilmethoden ist groß und unübersichtlich. Was können diese Therapien? Sind alternative Methoden wirklich sanft? In loser Folge stellen wir an dieser Stelle Therapien und Methoden auf den Prüfstand.

Mit Hilfe der manuellen Lymphdrainage soll der Rückfluss von gestauter Flüssigkeit über die Lymphgefäße in die Blutbahn gefördert werden, sodass Schwellungen wieder abklingen.

Was genau wird bei einer Lymphdrainage gemacht?

Die mit unterschiedlichem Druck durchgeführte, kreisförmige Massage mobilisiert gestaute Flüssigkeit im Gewebe und bringt sie zum Abfluss. Schwellungen gehen zurück.
Die Lymphdrainage sollte unbedingt mit anderen entstauenden Therapieformen kombiniert werden. Dazu gehören Krankengyrnnastik, das Hochlagern der betroffenen Extremität, Bandagierungen und Hautpflege. Dieses Behandlungskonzept nennt sich „komplexe physikalische Entstauungstherapie“ (KPE). Die isofierte Anwendung einer manuellen Lymphdrainage ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Handelt es sich um ein anerkanntes Verfahren?

Heute ist die Lymphdrainage Teil des anerkannten und etablierten Behandlungskonzepts der „komplexen physikalischen Entstauungstherapie“. Sie sind routinemäßig in den operativen Abteilungen vieler Krankenhäuser und in Reha-Kliniken angewendet. Darüber hinaus gibt es in Deutschland zehn lymphologische Fachkliniken.
Lange wurde die Lymphdrainage als spezielle Variante der Massagetherapie von der Schulmedizin vernachlässigt. Obwohl das Behandlungskonzept in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts maßgeblich weiterentwickelt wurde, dauerte es weitere 50 Jahre, bis die manuelle Lymphdrainage als wichtiger Teil der Entstauungstherapie anerkannt wurde. Die Therapeuten Emil und Estrid Vorderder und Ärzte wie Johannes Asdonk und Michael Földi haben entscheidend dazu beigetragen, dass das Verfahren mittlerweile etabliert ist.

Wie findet man einen quaiiflzierten Lymphtherapeuten?

Betroffene können im Internet unter (www.lymphnetzwerk.de) Informationen und Hilfe bei der Suche nach Therapeuten oder Fachklinken finden. Sie können sich auch an die Deutsche Gesellschaft für Lymphologie (DGL) (www.dglymph.de) wenden. Der Bundesverband Lymphselbsthilfe in Gießen unter (www.bundesverband-lymphselbsthilfe.de) gibt über Selbsthilfegruppen in der Region Auskunft.
Problematisch ist, dass es keine bundesweit einheitliche Regelung für die Zusatzausbildung in manueller Lymphdrainage gibt. Es muss lediglich ein vierwöchiger Kurs absolviert werden, der von den Kassen anerkannt wird.

Wer bezahlt die Therapie?

Da es sich bei der Lymphdrainage um ein anerkanntes Verfahren handelt, beteiligen sich die gesetzlichen Krankenversicherungen bei ärztlicher Verordnung mit bis zu 90 Prozent an den Kosten. Die Behandlung kann in leichten Fällen ambulant durchgeführt werden, bei schwer gradigen Ödemen ist eine stationäre Aufnahme in eine Lymph-Fachklinik erforderlich.

 

Fazit
Bei der manuellen Lymphdrainage handelt es sich um eine anerkannte und etablierte Therapie, wenn sie Teil des Behandlungskonzeptes der „komplexen physikalischen Entstauungstherapie“ ist. Bei bestimmten Erkrankungen darf nicht behandelt werden. Komplikationen treten selten durch die Therapie an sich auf, sondern durch deren falsche Anwendung.

Dr. Thomas Fischer – Gesundheit & Fitness

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